Warum sollten Katzen kastriert werden?

Katzenkastration hilft Elend zu vermeiden!!!

Krank!!! Halb verhungert!!! Ausgesetzt!!!Viele Menschen glauben leider noch immer, dass eine Katze einmal im Leben Mutter werden muss, dies ist aber völlig aus der Luft gegriffen und medizinisch nicht haltbar, trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig. Die Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage.

Um konsequent Nachwuchs zu verhindern, sollten die Tiere bereits vor Beginn der Geschlechtsreife kastriert werden! Nach neuesten Forschungsergebnissen spielt der Kastrationszeitpunkt für die Entwicklung der Katze keine Rolle. Viele Katzen werden bereits im Alter von 4 - 5 Monaten geschlechtsreif, besonders diejenigen, die gemeinsam mit Artgenossen gehalten werden. Aus medizinischer Sicht spricht einiges dagegen, dass eine Katze erst nach der ersten Rolligkeit kastriert wird. Deshalb sollte die Kastration vorher durchgeführt werden! Die Kastration gehört zu einer verantwortungsvollen Katzenhaltung! Sie ist angewandter Tierschutz. Diese Tatsache wird aber erst richtig verständlich, wenn man bedenkt, dass ein Katzenpaar im Laufe von nur 5 Jahren einschließlich aller Kinder, Enkel, Urenkel usw. ca. 13000 Nachkommen haben kann.
Aber es gibt noch weitere Gründe, die für eine zeitige Kastration sprechen: Eine Katze, die nicht gedeckt wird, wird mit der Zeit dauerrollig, das bedeutet enormen Streß für das Tier (und den Besitzer) und es wird irgendwann krank und aggressiv. Bei unkastrierten Katzen treten ab einem bestimmten Alter häufig Mammatumore (Gesäugekrebs) und Gebärmutterentzündungen oder -vereiterungen auf, all das kann mit der Kastration zu fast 100 % ausgeschlossen werden.

Natürlich gibt es nichts süßeres als die kleinen Kätzchen. Die sprichwörtliche Fruchtbarkeit der Katze wird ihr allerdings heutzutage zum Verhängnis, denn diese süßen Kleinen erleben häufig viel Leid, werden misshandelt, ertränkt oder vergiftet, fallen Seuchen zum Opfer oder werden ausgesetzt, landen in einem überfüllten Tierheim oder leben wild, Autos und Jäger werden zu ihren Feinden.

Wussten Sie, dass 3 mal jährlich unzählige kleine Katzen geboren werden, für die es keinen Platz gibt, die oftmals einfach getötet werden?

Wussten Sie, dass allein in Deutschland ca. 250.000 heimatlose, streunende Katzen in Wald und Feld abgeschossen werden?

Wussten Sie, dass mindestens ebenso viele Katzen jährlich auf den Straßen überfahren werden und in den Straßengräben einen qualvollen Tod sterben?

Wussten Sie, dass es nach 10 Jahren über 80 Millionen Katzen ergibt, wenn man annimmt, daß ein Katzenpaar zweimal im Jahr Junge bekommt und pro Wurf im Durchschnitt 2 - 3 Katzen überleben?

Was man über die Kastration wissen sollte:
Die Kastration ist bis heute die einzige sichere und vernünftige Art, mit dem Katzenüberschuss fertig zu werden, um nicht auf amerikanische Verhältnisse hinzusteuern. (In amerikanischen Tierheimen werden jährlich ca. 10 Millionen Katzen eingeschläfert. Kaum eines dieser Tiere ist krank oder alt. Viele sind Welpen und müssen sterben, weil es kein Zuhause für sie gibt! In Deutschland sollen nicht auch solche Verhältnisse herrschen, weit davon entfernt sind wir vermutlich nicht mehr...)
Bei der Kastration wird die Katze durch eine Operation unfruchtbar gemacht, dass heißt, bei der Katze werden die Eierstöcke, eventuell die Gebärmutter und beim Kater die Hoden entfernt.
Die Kastration ist ein relativ ungefährlicher Eingriff, der mit modernen Narkosemitteln von einem Tierarzt durchgeführt wird.
Operiert werden können Kater ab 6 Monate und Katzen ab ca. 3 Monate (Frühkastration*).
Auch das Kastrieren einer trächtigen Katze ist im Frühstadium noch möglich.

Wussten Sie, dass kastrierte Katzen eine um etwa 5 Jahre längere Lebenserwartung haben?

Wussten Sie, dass Kater und Katzen viel anhänglicher und häuslicher werden, wenn sie kastriert sind? Trotzdem bleiben Katzen mit Freilauf gute Mäusefänger.

Wussten Sie, dass die Kastration - egal ob bei Katze oder Kater - nicht schuld daran ist, wenn das Tier dick wird? Jedes Tier wird nämlich bei falscher Fütterung dick. Bei einer ausgewogenen Ernährung bleibt Ihre Katze auch nach der Kastration schlank.

Wussten Sie, dass kastrierte Katzen ausgeglichener und gesundheitlich stabiler sind?

Wussten Sie, dass eine erreichte Geburtenverminderung bei Katzen auch einen Vogelschutz darstellt?

Wussten Sie, dass in allen Langzeitstudien weder ein medizinischer noch ein Unterschied im Verhalten der Katze nach der Kastration festgestellt werden konnte?

Wussten Sie, dass es strafbar ist, junge gesunde Katzen zu töten? Es handelt sich dabei nicht etwa um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat. Dies kann entsprechen des Tierschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.



* Vorteile der Frühkastration:
Bei der sehr kurzen OP mit unbelastender, kurzer Narkose treten fast keine Komplikationen und fast keine Blutungen auf. Die Narkose wird deutlich besser vertragen.
Es entsteht nur eine sehr kleine Narbe, mit schneller Wundheilung. Meist sind die Jungtier kurz nach der OP wieder fit und können noch am selben Tag wieder fressen und sofort wieder mit den Geschwistern spielen, während ältere Tiere manchmal 2 Tage brauchen um sich zu erholen. Das Risiko an Gebärmutterkrebs oder Mammatumoren (Brustkrebs) zu erkranken geht gegen NULL.
Aus tierschützerischer Sicht kommen weitere Vorteile hinzu: Ungewollte Trächtigkeiten sind vom Grund her ausgeschlossen, gegen Kastrationsvereinbarungen im Schutzvertrag kann nicht verstoßen werden.
Von den durch uns vermittelten Tieren haben wir keine "Überraschungswürfe" zu erwarten. Dazu kommt, dass sich die neuen Herrchen oder Frauchen keine Gedanken über die Kastration machen müssen.
D.h. die Frühkastration ist nach dem heutigen Kenntnisstand eine vertretbare Maßnahme, um der Zunahme von verwilderten Katzen, der immer größer werdenden Zahl von Katzen in Tierheimen und den daraus für die Tiere entstehenden Schmerzen, Leiden und Schäden entgegenzuwirken.

Machen Sie sich nicht mitschuldig, sondern lassen Sie ihre Katze kastrieren!!!


Von Katzen

Vergangnen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste kleine Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzen Schwänzchen.
Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!

Die Köchin aber, Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche -
Die wollte von den sechsen fünf ertränken,
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.

Ich half ihr heim! - Der Himmel segne
Mir meine Menschlichkeit! Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig drein sah,
Sie wuchsen auf, und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.

Ich aber, wie ich sie so wachsen sahe,
ich preis mich selbst und meine Menschlichkeit.

Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist's! - Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!

Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!

Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar - nein, es ist unaussprechlich,
Liegt in der Köchin jungfräulichem Bette!

Und jede, von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch! sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß mit schwarzem Schwänzchen!

Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!

Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon -
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren!
Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen?!

(Theodor Storm, 1817-1888)

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