Aphrodite & Elli & Helga & Moritz & Rosi

Anfang Mai 2005 wurden wir durch einen Notruf auf unser 5. Hängebauchschwein aufmerksam:
Aphrodite in ihrem dunklen Gefängnis
Damals hieß es, dass ein armes Hängebauch-schwein in einem bayrischen Privatpark vor sich hinvegetiert. Das Tier stehe in einem kleinen dunklen Schup-pen, ohne Auslauf und Licht. Weiter stand im Notruf, dass bereits ein Hausschwein, das pro-blemlos dazu gestellt werden konnte, im Winter erfroren ist und sehr dringend nach einer neuen Unterbringungsmöglichkeit für das nun wieder völlig alleinlebende Tier gesucht wird. Inzwischen hat sich für dieses Schwein, einen jungen Keiler, der superlieb ist und im Jahr zuvor - als er noch ein Schweinchen und damit interessant war - von Kindern gestreichelt wurde, der Schafe, Ziegen und Hunde kennt, eine Unterbringungsmöglichkeit gefunden, aber für ein weiteres ca. 6jähriges weibliches Schwein aus schlechter Haltung wurde zur gleichen Zeit ein Zuhause gesucht, dass es nun bei uns finden sollte.

Anfang Juni war es soweit, das Schwein namens Aphrodite wurde zu uns gebracht und sollte zu den anderen 4 Schweinen ziehen. Doch gleich gab es heftige Beisserein unter den Schweinedamen. Seither sind die Tiere wieder durch einen Zaun getrennt und können sich erst einmal nur beschnuppern. Auch durch den Zaun möchten sie sich am liebsten fressen, wir geben ihnen noch etwas Zeit sich kennenzulernen, suchen aber für den Fall, dass es unter den Schweinen zu keiner Einigung kommt einen neuen Platz für Aphrodite. Sie kann bei uns zwar allein, getrennt von den anderen Schweinen leben, aber es wäre doch viel schöner, wenn sie neben reichlich Auslauf, den sie wirklich genießt, auch einen oder zwei männliche kastrier-te Schweine als Partner bekommt. Denn mit den männlichen Schweinen scheint sie eher Freund-schaft schließen zu wollen.

Die ca. 1999 geborene Aphrodite hat eine längere Schnauze und viel längere Beine als unsere alten, kann deshalb auch viel schneller laufen und ist "wendiger".

Sie ist nicht ganz so menschenbezogen wie unsere anderen Dicken. Sie lässt sich anfassen und streicheln, aber viel lieber läuft sie umher. Mal abgesehen von den Streitigkeiten mit den anderen Schweinen, fühlt sich Aphrodite sauwohl, ihr Leben hat sich ja nun auch schon tausendfach verbessert.

Und vielleicht klappt es ja auch noch mit den Nachbarn...

08.08.05 Nachtrag: Seit einigen Tagen leben die 5 Schweine zusammen in einem Auslauf, anfangs gab es wieder Reibereien, aber nun haben die 5 einen Waffenstillstand geschlossen!

21.08.05 Nachtrag: Aphrodite hört prima auf ihren Namen, ist aber auch etwas schreckhaft und vorsichtig, wenn Menschen den Auslauf betreten. Wenn man sie aber vorsichtig an der Seite krault, legt sie sich auf die Seite und streckt auch noch den Bauch hin ;o)






Aber nun mal zum Anfang der schweinischen Geschichte in unserem Tierheim:
Elli im Hunderudel 1996 Elli war die Erste, die am 31. 10. 96 zu uns kam, das war kurz nach Eröffnung des Tierheimes. Wir holten sie zu uns, weil eine Gaststätte pleite ging, zu der ein kleiner Streichelzoo als Attraktion gehörte. Da der Wirt über alle Berge war, drohte den Tieren des kleinen Zoos der Hungertod. Zum Glück fanden sich für alle neue Unterkünfte. Wir haben die damals noch junge Elli und die beiden Ziegen Lotte und Bruno übernommen.

Anfangs lief Elli noch im Hunderudel, denn innerhalb des Grundstückes gab es noch keine Zäune.Elli und Bärbel im April 1997 Damit Elli nicht so allein unter Hunden leben musste, haben wir damals aus dem Tierpark Bischofswerda noch eine Hängebauchschweindame gekauft. Eigentlich liegt es uns absolut fern, solche Einrichtungen und ihre Züchtungen zu unterstützen, aber wir wussten zu diesem Zeitpunkt kein anderes Anlaufziel für den Kauf einen solchen Tieres. Also holten wir Bärbel am 11.1.97 zu uns. Die beiden fanden sich auch gleich Klasse und haben sich immer gut verstanden.

Im April 1998 erhielten wir einen Anruf mit der Frage, ob es möglich wäre, bei uns zwei Hängebauchschweine abzugeben. Die Familie hatte gehört, dass wir schon solche Tiere haben. Sie zogen vom Land direkt in die Stadtmitte von Dresden und hatten da logischerweise keine Möglichkeit, ihre beiden Eber mitzunehmen. Wir sagten zu und so wurden die beiden Männer am 5.5.1998 zu uns gebracht.
Leider waren die beiden unkastriert, was sich als nicht so günstig herausstellte. Denn schon am ersten Tag waren die Messen gesungen und unsere beiden Damen trächtig. Eigentlich sollte wir uns darüber keine Sorgen machen, so unser Tierarzt, bei Schweinen ginge das nicht so fix und eine Kastration würden wir noch vorher hinkriegen. Elli mit BabysDenkste! Jetzt wissen wir es besser...Die Eber wurden natürlich umgehend kastriert, damit wir nicht nochmal solch eine Überraschung erleben.

Leider überlebte unsere Bärbel die Trächtigkeit nicht. Sie bekam schlimme Entzündungen in den kurzen Beinen, bis hin zu Mißbildungen. Konnte letztendlich nicht mehr aufstehen und musste schweren Herzens eingeschläfert werden. Elli hingegen bekam 8 kleine Schweinchen. 7 der Jungtiere haben wir gut vermittelt und ein Weibchen als neue Kumpeline für Elli behalten. Elli mit BabyDie kleine tauften wir auf den Namen Helga.

Max und Moritz, unsere Eber, sind Brüder und im November 1996 geboren. Beide sind ein absolutes Dreamteam. Leider waren sie auch mit wunderbarem Futter und allerlei anderen Mitteln nicht dazu zu bewegen, mit in der großen Scheune zu schlafen. Der Stall dort ist wirklich sehr geräumig und bequem, aber er sagte ihnen aus iregendwelchen Gründen nicht zu. Also bekamen die beiden ein Schlafhaus außerhalb der Scheune gebaut, welches sie auch innig lieben.
Leider hat einer der beiden seit wenigen Monaten sehr große Probleme mit Arthrose an den Hinterbeinen. die drei Damen, im Hintergrund ist die Schlafhütte von Max und Moritz zu sehen Ihm fällt das Laufen ziemlich schwer, er liegt und schläft dadurch sehr viel. Jetzt bekommt er homöopatische Mittel, die ihm das Ganze etwas erleichtern. Mehr kann man nicht tun, sagt unser Tierarzt. Hoffen wir, dass er damit noch einige Zeit gut leben kann.


Seit dem 03.09.2007 wird unsere Schweinerotte durch das "Minischwein" Babe komplettiert. Babe hat eine eigene Vorstellungsseite, sie ist hier... zu finden.

Unser neuestes Schwein heißt Rosi. Sie wurde am 02.10.1999 geboren. Wegen der Trennung ihrer Halter kam sie am 15.03.2008 ins Tierheim.

Die handzahme Rosi ist ein Mischling aus Haus- und Hängebauchschwein, wäre in einem richtigen Zuhause mit Menschenanschluss besser aufgehoben als im Tierheim, aber es ist fast unmöglich für ein altes großes Schwein ein liebevolles Zuhause zu finden. Zudem wurde bei Rosi ein Tumor am Gesäuge festgestellt. Die Risiken einer OP sind für die dicke Lady allerdings so hoch, dass wir davon absehen werden. Rosi wird weiterhin unter tierärztlicher Beobachtung stehen und ggf. behandelt. Wir würden uns freuen, wenn Sie als Pate dazu betragen, dass Rosi die Zeit, die ihr noch bleibt wirklich genießen kann.

Unseren Schweinen geht es im Gegensatz zu vielen Artgenossen sehr gut, sie können sich in Ihrem Auslauf frei bewegen. Unsere Hängebauchschweine können Sie mit einer Patenschaft unterstützen, aber Sie können auch etwas für die geschundenen Artgenossen tun:
Kaufen Sie kein Fleisch aus Intensivtierhaltung, sondern aus artgemäßer und ökologischer Produktion und/oder probieren Sie öfter vegetarische Gerichte - damit tun Sie nicht nur den Tieren etwas Gutes!



Schwein Moritz ist alterschwach am 04.01.2010 friedlich und von allein im Schweinehäuschen eingeschlafen. Über 11 Jahre durfte es glücklich mit Artgenossen, viel Platz und ohne Angst bei uns leben. Geboren im Nov.96 ist Moritz mehr als 13 Jahre alt geworden.


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