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Rasse: Mischling |
Am 26.04.2008 wurde im Beisein des polnischen
Fernsehens eine große Anzahl Hunde aus katastrophaler Haltung befreit. Diese
waren jahrelang in einem Keller in fast völliger Dunkelheit eingesperrt
gewesen. Der Boden bedeckt von Kot und Urin, die Luft zum Ersticken gefüllt
mit Ammoniakgeruch.
All diese Hunde kamen im polnischen Tierheim Dluzyna Gorna unter.

Wir nahmen damals sechs dieser armen Kreaturen auf, Bodo ist der letzte
Verbliebene. Warum es ihm bis heute nicht gegönnt ist, in einer Familie zu
leben, ist schwer zu sagen.
Natürlich sucht Bodo ein Zuhause, in dem er nicht eingesperrt ist. Das
Erlebte sitzt zu tief, Bodo möchte immer das Gefühl haben, raus zu können.
Am besten wäre also ein Platz auf einem Pferdehof oder etwas in dieser Art,
wo Bodo den ganzen Tag zwanglos bei seinen Menschen sein könnte.
Im Tierheim läuft es folgendermaßen ab: um 8 Uhr öffnen wir sein Hundehaus,
in dem er gemeinsam mit 3 weiteren Hunden übernachtet. Das Haus ist in der
Regel sauber, man kann bei Bodo von stubenrein sprechen. Die Hunde
fressen gemeinsam, es gibt nie Streit. Dann können sie auf dem Hof
rumlaufen, die Tür des Schlafhäuschens bleibt offen. Bodo kann sich also
jederzeit in sein Körbchen legen oder lieber mit den etwa 15 Artgenossen
schauen, was es interessantes zu erleben gibt. Oft "klaut" sich Bodo
eine Decke vom Liegebrett und zieht diese in sein Haus, um es noch
gemütlicher zu haben. Auch Spielzeug sammelt er ein, man findet alles in
seinem Körbchen oder Häuschen wieder. Bodo räumt quasi den Hof auf ;-)

Manchmal kommt der kleine Kerl zu uns und fordert seine Streicheleinheiten
ein. Nach ausgiebigem Kuscheln geht er wieder seiner Wege. Bodo nimmt weder
von Besuchern noch von Katzen besondere Notiz. Ein absolut unauffälliger
lieber Hund, der auch nie bellt.
Spazierengehen an der Leine hat Bodo nie kennen gelernt. Daher bereitet es
ihm auch fürchterliche Angst. Wir haben
dieses Unterfangen aufgegeben, zumal Bodo seit seinem Trachealkollaps kein
Halsband mehr trägt. Vielleicht könnte man ihm mit viel Geduld und einem
Brustgeschirr doch noch zeigen, dass Laufen an der Seite des Menschen etwas
Schönes ist. Dazu fehlt uns leider die Zeit.


Bodo und Sir Toby
Bodo bekommt wahrscheinlich ein Leben lang Tabletten gegen den
Trachealkollaps. (Wikipedia: Als Trachealkollaps bezeichnet man bei
Haushunden ein Zusammenfallen der Luftröhre (lat. Trachea), durch das
Erweichen der stützenden Knorpelspangen). Die Kosten hierfür sind nicht
erheblich, pro Tag ca. 33 Cent. Er verträgt sie super und erfreut sich
seither guter Gesundheit.
Dürfen wir noch hoffen, dass Bodo eines Tages das Tierheim verlässt, um ins
erste richtige Zuhause in seinem Leben einzuziehen? Es soll ja noch Wunder
geben....


Bodo kurz nach seiner Ankunft in Bodo zusammen mit seiner Schwester
unserem Tierheim (frisch kastriert). Suza, die längst vermittelt wurde.
Bodo in Polen: